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Frauen in der Gamingszene: Schluss mit den Klischees

Frauen sind ein Muss in der Gamingszene: Die Gamingszene wird immer weiblicher und das Klischee, das Männer diese Szene beherrschen sollen, verschwindet langsam.

Früher, als ich selbst ein Schlumpf von sieben oder acht Jahren war, da kauften mir meine Eltern einen Barbie-Film und mein Bruder (der vier Jahre älter ist) bekam ein neues Spiel für unsere damalige PS2. Zu mir hieß es immer, ich bin ein Mädchen, deshalb bekomme ich etwas mit Barbie und mein Bruder Mario, bekam entweder etwas mit Autos oder eben Videospiele. Dabei hasste ich Barbie immer, da ich sie gruselig fand. Und ja, ich führte bereits als Kind Diskussionen mit meiner Mutter, wie unfair ich diese Behandlung nicht fände.

Zum Glück hat sich diese Ansicht (mehr oder weniger) geändert. In der heutigen Zeit spielen immer mehr Mädchen Videospiele und sie bekommen sogar welche geschenkt ohne, dass sie dafür betteln müssen. Anders als ich früher. Meine kleine Nichte, sie ist 12, darf Videospiele spielen ohne verurteilt zu werden. Sie wird nicht mehr mit Barbie oder pink in Verbindung gebracht – seit Jahren schon nicht mehr. Ich selbst musste mir in diesem Alter noch viel anhören. „Laura, zocken ist doch etwas für Männer“ oder „Du bist ein Mädchen, da sitzt du doch nicht vor der Playstation!“

Frauen sind gleichwertig in der Szene. Es gibt aktuell nur nicht so viele Unterhalterinnen in der Szene, diese müssen erst nachwachsen. Videospiele sind seit zehn Jahren erst ‚cool‘ genug für den Pausenhof, davor wurde man dafür noch gehänselt. Und vor zehn Jahren wurden sie als reine Produkte ‚für Jungs‘ beworben.

– Isabel Zimmermann (Zockerin)

Willkommen Nintendo Switch!

Nehmen wir die Nintendo Switch als Beispiel, die 2017 in Europa auf den Markt gekommen ist. Erst vor kurzem habe ich mir selbst eine Switch gekauft und ich liebe sie. Interessant ist, dass die Hauptabnehmer*innen der Nintendo Switch Frauen zwischen einem Alter von 18 und 30 Jahren sind. In Deutschland spielen 48 Prozent der Frauen Videospiele und 52% der Männer, es gibt also kaum einen Unterschied.

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© Laura Kolenic

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© statista

Die Spieleindustrie wird immer weiblicher

Ein weiterer Punkt, der sich in den letzten Jahren verändert hatte, ist der weibliche Beschäftigungsanteil der Spieleindustrie. Mittlerweile gibt es großartige Spieleentwicklerinnen. Auch die erfolgreiche Action-Reihe Assassins’s Creed hat ihren Ursprung bei – Überrasching! – einer weiblichen Produzentin, Jade Raymond. Doch Jade Raymond hat nicht nur Assassin´s Creed, sondern auch Star Wars: Battlefront 2 (2017) produziert. Dadurch ist sie nicht nur für mich, sondern auch für viele andere Frauen, die sich mit der Gamingszene beschäftigen, ein großes Vorbild. Sie ist der Beweis dafür, dass Frauen in der Spielindustrie erfolgreich sein können.

Einzig Programmiererinnen gibt es immer noch zu wenige. Da hoffe ich, dass Initiativen wie Code Girls oder Programmierworkshops für Mädchen noch ein wenig dafür sorgen, dass es normaler für Mädchen wird, sich für das Thema zu interessieren.

– Jana Reinhardt (Spieleentwicklerin)

Mittlerweile bewerben sich Frauen für neu entwickelte Studienfächer, wie Gamingdesign bei Universitäten. Zwar liegt der weibliche Beschäftigungsteil in diesem Sektor in Deutschland bei 20 Prozent, doch mit der Zeit wird er steigen, da bin ich mir sicher. Es ist genauso, wie Jana Reinhardt sagt, doch die Idee für Initiativen sind bereits vorhanden.

Gamingszene braucht Zeit

Ich bin mir sicher, dass sich in der Zukunft die Gamingszene noch viel mehr ausbauen und verändern wird. Es ist ziemlich beeindruckend, was sich schon verändert hat. Doch es gibt eine Sache, die mich stört und für den ich einen allgemeinen Aufruf zur Gamingszene an alle Menschen machen möchte. Nicht nur die Spieleindustrie muss sich ändern, sondern auch die Gesellschaft. Viele hängen noch an der Vergangenheit fest, in der Frauen stets als das schwächere Geschlecht dargestellt wurden. Doch diese Zeiten sind wirklich vorbei, Frauen sind keine hilfesuchenden Prinzessinnen! Es gibt immer mehr Spiele mit weiblichen Hauptprotagonistinnen und ebenfalls gibt es immer mehr und mehr Entwicklerinnen in dieser Branche. Mag sein, dass Frauen immer noch unterpräsentiert sind, doch dies kann sich auch nicht Schlag auf Schlag ändern. Solche Dinge brauchen Zeit und die Gesellschaft muss dies respektieren und erlauben.

Zombieliebhaberin mit passendem schwarzem Humor. Deutsche Staatsbürgerin und Wiener Studentin. Liebt Pizza und kauft viel zu viel bei „Elbenwald“.

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