Girlpower

Ich liebe Männer … und bin Feministin

Wir leben in einer Welt, in welcher der Sexismus hinter jeder Ecke lauert und nur darauf wartet uns zu überfallen. Trotzdem können sich Feminist*innen  von privilegierten Männern anhören, dass sie ausschließlich Irrsinn von sich geben und in Wahrheit nur das männliche Geschlecht unterdrücken wollen. Doch genau Aussagen wie diese sind der eigentliche Irrsinn, denn der Feminismus steht für etwas ganz anderes!

Als Feminist*in muss man sich immer wieder mit den unterschiedlichsten, meist vollkommen unüberlegten und falschen, Vorwürfen herumplagen. Der Männerhass ­­– auch Misandrie genannt ­– ist hierbei definitiv ein Spitzenreiter. Oft heißt es, dass Feminist*innen Frauen an die Macht und Männer in den Ruin bringen wollen. Was denn auch sonst? Gleichstellung in allen Bereichen, einen respektvollen Umgang miteinander und keinen Sexismus mehr? Nein, nein, nein! Alle dringenden und notwendigen Forderungen werden von vielen Menschen ausgeblendet.

Sind Männer die Opfer des Feminismus?

Immer wieder bekommt man zu hören, dass Frauenrechtler*innen sich in allem was sie tun gegen Männer richten, sie abwerten und am liebsten ausrotten würden. Viele Männer haben ein verzerrtes Bild des Feminismus und vor allem von Feminist*innen. Eine Feministin muss nicht eine kurzhaarige, lesbische, unrasierte und männerhassende Frau sein. Zum Einen muss eine Person, welche sich für Frauen einsetzt, nicht unbedingt weiblich sein. Zum Anderen hat Feminismus nichts mit dem Äußeren und der sexuellen Orientierung der/s Vertreter*in zu tun. Auch eine negative Einstellung gegenüber dem Mann an sich ist nicht Teil des Feminismus. Jener kritisiert sexistisches und ungerechtes Verhalten gegenüber Frauen, welches jedoch leider sehr oft von Männern ausgeübt wird. Also nein, Männer sind nicht die Opfer des Feminismus, im Gegenteil, wenn sich mehr oder gar alle Männer als Feministen identifizieren würden, wäre dieser gar nicht mehr nötig.

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© Pixabay

Außerdem ist der Feminismus nicht nur für Frauen da! Er kann auch Männern helfen. Viele klammern sich an das stereotypische Bild eines Mannes: Muskeln, breite Schultern, tiefe Stimme, Durchsetzungsvermögen, ein guter Job, draufgängerisches Verhalten und vieles mehr. Doch genau gegen Stereotypen und Unterdrückung dieser Art kämpft der Feminismus an, wie es auch Jens van Tricht in seinem Buch „Warum Feminismus gut für Männer ist“, beschreibt. Denn, wie der Autor selbst sagt:  Feminismus ist auch Männersache.

Sind wir nicht eigentlich schon alle gleichberechtigt?

Im letzten Jahrhundert haben wir Frauen schon viel erreicht. Eine Frau kann über ihr eigenes Leben bestimmen, egal in welchem Bereich. Sei es der Beruf, ob sie studieren will und auch ob sie wählen möchte. Sogar vor dem Gesetz gelten Frau und Mann als gleichberechtigt. Also was wollen Feminist*innen jetzt eigentlich noch? Haben doch eh schon alles? Immer nur am nörgeln diese möchtegern Weltverbesserer*innen…

Was wir wollen? Wir wollen MEHR. Denn wenn wir uns ehrlich sind, sind wir von Gleichberechtigung immer noch weit entfernt. Allein am sogenannten Gender PayGap ist dies deutlich zu erkennen. Im EU-weiten Durchschnitt liegt dieser nämlich immer noch bei 16 Prozent, so die Zahlen der Statistik Austria. Mit einer Lohnschere von 19,9 Prozent gibt es in Österreich noch viel Nachholbedarf. In der EU ist hierbei  definitiv Rumänien ganz vorne, der Gender Pay Gap beträgt nur 3,5 Prozent. Aber auch in Führungspostionen sind mehr Männer als Frauen zu finden, der EU-Durchschnitt liegt hierbei bei 33,8 Prozent Frauenanteil.

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Doch auch in alltäglichen Situationen sind Frau und Mann immer noch nicht gleichberechtigt. Viele, leider meistens Männer, haben immer noch ein veraltetes Rollenbild von den „zwei Geschlechtern“ in ihren Köpfen. Die Frau soll sich neben ihrem Hauptberuf um die Kinder und den Haushalt kümmern, dem total überarbeiteten Ehemann jeden Abend eine feine Mahlzeit zaubern und ihn, wenn es leicht geht, natürlich auch noch beglücken. Er ist ja sicher so erschöpft, das hat er sich doch verdient! Dass aber Hausarbeit und Kinderbeschäftigung ein Vollzeitjob sind, wird unglücklicherweise oft vergessen. Aber auch wenn es darum geht die eigene Meinung zu äußern, sind Frauen oft im Nachteil. Denn ist man zu selbstbewusst oder will sich nicht umstimmen lassen, wird man als „bossy“  und  „bitchy“ abgestempelt.

Nein, wir sind nicht alle gleichberechtigt, noch lange nicht. Laut Süddeutscher Zeitung wird es sogar noch 257 Jahren brauchen, bis man von Gleichberechtigung sprechen kann.

Also ja, es ist möglich Männer zu lieben und sich gleichzeitig als Feminist*in zu definieren. Beim Feminismus geht es nämlich einzig und allein darum alle Geschlechter gleichzustellen und da Männer nun mal im Vorteil sind, kümmern sich Frauenrechtler*innen vorerst einmal um die Rechte der weiblichen Bürger*innen. Feminismus ist notwendig und wenn wir uns nicht jetzt dafür einsetzen, werden wir wohl nur noch weiter in den Sumpf des Verderbens und des Sexismus sinken.

Feministin mit sehr gutem Termin-Merk-Talent. Persönliche Hobbypsychologin. Kaffee- aber auch Teetrinkerin. Pendelnde Katzen-Mama und Streifenshirt-Liebhaberin. Liebt außerdem scharfes Essen, Sushi und Baby-Pandas.

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