cMenshalena_by_Canva.png?fit=1800%2C1200&ssl=1

PCO … Was? Hormonchaos vorprogrammiert

Man sollte doch meinen es genügt uns Frauen, wenn die Hormone einmal im Monat verrückt spielen – das sogenannte PCO-Syndrom aber macht einigen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern als man das erste Mal seine Periode und die ersten Pickel bekam und sich cool und erwachsen gefühlt hat? Wenn die Oberweite schneller wächst als bei anderen und sich die erste Regel bereits mit 13 ankündigt, hört man meist man sei halt einfach frühreif. Man sollte sich über die frühe Entwicklung freuen, denn dann hat man es quasi schneller hinter sich. Da muss man auch nicht gleich zum Frauenarzt rennen…oder?

Als ich bereits mit zehn Jahren das erste Mal meine Periode bekam, machte ich nicht gerade Freudensprünge. Als dann auch meine Haut immer schlechter wurde und keine einzige der gefühlt zwanzig verschiedenen Cremes helfen wollte, wechselte ich einmal mehr den Hautarzt. Dort wurde mir dann das erste Mal empfohlen, ich soll es doch mal mit der Pille versuchen – ich war damals zwölf Jahre alt. Auch als Katharina sehr früh ihre ersten Pickel bekam, war ihr nicht wirklich zum Feiern zumute. Als es so schlimm wurde, dass sie sich ohne Make-up nicht mehr aus dem Haus traute, und ihre Regelschmerzen Messerstichen glich, wurde sie stutzig.

Meine Schmerzen sind so stark, dass ich zwei Tage lang nichts tun kann – Katharina

Hormonchaos vorprogrammiert

© Verando Verde

Das PCO-Syndrom – so häufig und doch so unbekannt

Beim Frauenarzt wurde Katharina mit dem Polyzystische-Ovarial-Syndrom, kurz PCOS diagnostiziert. PCOS ist eine Hormonstörung, die bei Frauen im gebärfähigen Alter auftreten kann. Obwohl PCOS schon seit vielen Jahren bekannt ist, hat man bis heute keine genaue Ursache dafür gefunden. Forscher*innen gehen von einem genetischen Problem aus, aber ob das wirklich der Auslöser ist, wird weiterhin untersucht.  Wissenschaftliche Untersuchungen zu PCOS in den letzten Jahrzehnten tabu und nicht relevant genug gewesen sein, weswegen auch fast keine durchgeführt wurden.

PCOS ist die am häufigsten vorkommende Hormonstörung bei Frauen, doch wirklich kennen tun sie im Vergleich nur wenige Personen. Die Krankheit lässt sich durch die Erhöhung männlicher Hormone, Zysten auf den Eierstöcken und/oder einem unregelmäßigen Zyklus diagnostizieren. Doch auch andere Symptome wie vermehrte Gesichtsbehaarung im Oberlippen- und Kinnbereich, Akne, Übergewicht, starke Regelschmerzen und Unfruchtbarkeit können auftreten. Jedoch können sich die Symptome von Frau zu Frau unterscheiden. Da die Krankheit nicht heilbar ist, wird versucht sie bei Frauen ohne derzeitigen Kinderwunsch, durch die Pille einzudämmen. Jedoch ist bewiesen, dass eine gesunde Ernährung und Sport sehr dazu beitragen können die Symptome zu lindern.

cKatazyna_Bialasiewicz_.by_Canva-1.png?resize=239%2C159&ssl=1

© Katarzyna Bialasiewicz

Das Wundermittel Anti-Baby-Pille?

Da ich bereits mit fünfzehn begann die Anti-Baby-Pille zu nehmen, weil sie mir nach wie vor von den Ärzt*innen als bestes Hilfsmittel gegen meine Akne empfohlen wurde, nahm ich etwas an Gewicht zu und fühlte mich nie richtig wohl in meinem Körper. Nach etwas Recherche beschloss ich sie abzusetzen. Auch Freundinnen haben mir berichtet, dass es ihnen ohne Pille um einiges besser geht und sie auch an Gewicht verloren haben. Leider ging es bei mir mit nicht ganz so schön aus.

Ich verschreibe dir die Pille, die hilft einfach am besten – damalige Frauenärztin

Meine Symptome verschlimmerten sich immer mehr und ich suchte meine Frauenärztin auf. Das Gespräch lief sehr kurz ab, denn ich brauchte nur zwei meiner Beschwerden aufzuzählen, da wusste sie bereits Bescheid, dass ich PCOS habe. Wirklich gut darüber aufgeklärt wurde ich aber nicht. Leider eine Erfahrung, die viele machen müssen. Völlig überrumpelt und niedergeschlagen spazierte ich mit einem neuen Pillenrezept in der Hand aus der Praxis.

Ein aussichtsloser Kampf

Bei unserem Gespräch erzählte Katharina mir, dass sich ihre Symptome nicht wie gewöhnlich äußerten, denn sie hatte weder mit Übergewicht noch mit Gesichtsbehaarung zu kämpfen. Deshalb ging es ihr aber nicht gerade besser, denn die anderen Symptome äußerten sich umso schlimmer. Bereits seit Jahren leidet sie an Akne und schmerzhaften Unterleibsschmerzen während ihrer Periode. Teilweise war es so schlimm, dass sie für zwei Tage nicht aus dem Bett kam. Anfang 2019 erfuhr sie dann, dass sie PCOS hat.

c-Polina_Zimmermann_by_Canca.png?resize=252%2C168&ssl=1

© Polina Zimmerman/Pexels

Eine schlechte Beratung und die Tatsache, dass kein anderer der ihr nahe stand helfen konnte, geschweige denn die Krankheit kannte, machte die Situation nicht besser. Für Katharina war es sehr schwierig eine gute Ärztin zu finden, die sich Zeit für einen nimmt und genau erklärt was das PCO-Syndrom eigentlich ist. Sie beschloss sich selber so gut es ging darüber zu informieren und startete nach kurzer Zeit den Versuch ihre Ernährung umzustellen und so wenig Zucker und Fast Food wie möglich zu sich zu nehmen. Die Pille kam für sie nie infrage. Trotz eines besseren Körpergefühls ging ihre Akne einfach nicht weg. Stets entschlossen darüber etwas zu ändern, suchte sie sich eine neue Frauenärztin und hatte endlich Glück. Trotz der tollen Beratung blieb die Hoffnung auf eine Behandlung ohne Pille leider aus. Obwohl sie sich geschworen hatte nicht mit der Pille anzufangen, sah sie keinen anderen Ausweg mehr. Bis jetzt sind keine großen Änderungen sichtbar, aber sie ist und bleibt zuversichtlich.

Don’t panic

Vielleicht hast du auch gerade erfahren, dass du PCOS hast und weißt nicht wie du vorgehen sollst? Keine Sorge, du bist nicht allein! Facebook-Gruppen beispielsweise sind der perfekte Anhaltspunkt für uns „PCO-lerinnen“. Die Tatsache, dass so viele Frauen ihre Fragen, Anliegen und Informationen miteinander teilen, kann unheimlich hilfreich sein.

Ich weiß wie schlecht man sich teilweise fühlt, wenn man keine Ahnung von der eigenen Diagnose hat und nicht richtig darüber aufgeklärt wurde – Katharina

Wenn man keine besonders guten Erfahrungen mit Ärztinnen und Ärzten hatte, gibt Katharina den Tipp sich in der Zwischenzeit einfach so gut es geht selbst darüber zu informieren und sich mit anderen auszutauschen. Das wichtigste ist also, dass man sich jemandem anvertraut und man auf seinen eigenen Körper hört.

Burgenländisches Madl mit einer Schwäche für Maoam Kracher. Verheiratet mit Disney Filmen, führt gleichzeitig aber eine Affäre mit Büchern. Mag Hunde mehr als so manche Menschen und kann sich, trotz großer Leidenschaft zum Kochen, für kein Lieblingsessen entscheiden. Ein Sportmuffel wenns ums Laufen geht, sonst immer in Aufbruchsstimmung, aber wehe das Buch wird zuhause vergessen.

Post a Comment

You don't have permission to register