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SCHWANGERSCHAFTSABBRUCH – EINTRITTSKARTE ZUR HÖLLE?

Dass die katholische Kirche kein Befürworter des Schwangerschaftsabbruchs ist, das ist wohl den meisten bekannt. Aber warum eigentlich? Wie kann es sein, dass sich die katholische Kirche nach wie vor so vehement gegen die Abtreibung wehrt? Und wie sehen das ihre Anhänger? Stehen religiöse – speziell römisch-katholische Menschen – automatisch negativ einem Schwangerschaftsabbruch gegenüber, oder gibt es einfach Aufholbedarf bei den Chefs der katholischen Kirche?

Es ist kein Geheimnis, dass die katholische Gemeinschaft im Allgemeinen mehrheitlich negativ zum Thema Abtreibung steht. Doch sehen das alle gläubigen Katholik*innen so streng? Um herauszufinden wie sehr Religion die Einstellung zum Schwangerschaftsabbruch beeinflusst, haben wir uns auf die Straße gestellt und religiöse, sowie nicht religiöse Menschen zu ihrer Einstellung zu diesem Thema befragt.

So wie‘s im Moment ist, find ich’s auch als gläubiger Katholik nicht gut.

Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass gläubige Katholik*innen, im Gegensatz zu nicht religiösen Menschen, eher dazu tendieren, gegen eine Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen zu sein. Jedoch heißt das nicht, dass alle religiösen Katholik*innen Schwangerschaftsabbrüche verurteilen, da auch einige die Meinung der katholischen Kirche und Glaubensgemeinschaft nicht teilen. Wie im Video zu sehen ist, entwickelt sich ein Teil der katholischen Glaubensgemeinschaft in Richtung Offenheit und Akzeptanz gegenüber Schwangerschaftsabbrüchen. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass auch die katholische Kirche ihre Einstellung zum Thema Abtreibung überdenkt.

Was das österreichische Gesetz sagt 

In Österreich wird der Schwangerschaftsabbruch mit einer sogenannten „Fristenlösung“ geregelt – welche mit 1. Januar 1975 in Kraft trat. Die Fristenregelung hält fest, dass der Abbruch einer Schwangerschaft bis zum dritten Schwangerschaftsmonat straffrei ist, insofern Eingriff von einer Ärztin oder einem Arzt vorgenommen wird. Weitere Gründe für die Straflosigkeit einer Abtreibung sind, wenn das Leben, die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren in Gefahr ist oder das Kind schwer gesundheitsgeschädigt sein könnte. Diese Faktoren bezeichnet man als medizinische, soziale, eugenische oder kriminologische (im Fall eines Missbrauchs) Indikatoren. In Österreich ist jedoch kein Arzt*Ärztin dazu verpflichtet einen Abbruch durchzuführen.

Anders als das österreichische Gesetz, erkennt die katholische Kirche einige dieser Indikatoren nicht als einen gerechtfertigten Grund für einen Schwangerschaftsabbruch an. Das hat oft zur Folge, dass religiöse Frauen, welche aufgrund der oben genannten Indikatoren abtreiben wollen, von der katholischen Kirche unter Druck gesetzt werden. Doch wie steht die katholische Kirche eigentlich Schwangerschaftsabbrüchen gegenüber?

Was die katholische Kirche sagt  

Schon im Jahr 1973, 2 Jahre bevor die Fristenregelung 1975 in Kraft getreten ist, warnte der ehemalige Wiener Erzbischof, Kardinal König, vor den Konsequenzen einer Regelung wie dieser. Es sei “die Pflicht der Kirche, mit aller Entschiedenheit darauf hinzuweisen, dass niemand das Recht habe, schuldloses Leben zu vernichten und dass das Leben allen heilig sein muss“. In derselben Rede fügte er hinzu: „Wenn einmal der Grundsatz fällt, dass kein Mensch das Recht hat, über das Leben eines anderen Menschen zu verfügen, wie dieses Leben auch aussieht, dann schützt uns nichts mehr.“

Der Widerstand der Kirche mündete 1975 in das „Volksbegehren zum Schutz des Lebens“, welches von knapp einer Million Österreicher*innen unterzeichnet wurde. Laut Bischof Kuntner geht es der Kirche dabei „nicht um Strafe für verzweifelte Frauen, sondern um eine gesetzliche Regelung, die das Leben der Ungeborenen angemessen schützt“. Es gibt einige Stellungnahmen der österreichischen Bischöfe, in denen die Fristenregelung als „offene Wunde für Katholiken“ bezeichnet wird.

Im Jahr 2018 äußerte Papst Franziskus seine eher kontroverse Meinung zum Schwangerschaftsabbruch. Bei seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan verglich er Abtreibung mit „Auftragsmord“. Eine Schwangerschaft abzubrechen sei „wie jemanden zu beseitigen“. Daraufhin fragte er, die sich am Petersplatz versammelten Gläubigen, ob es richtig sei, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen. „Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?“, fuhr er fort.

Was in der Bibel steht

„Das Leben – vor allem jenes von Menschen – ist in Gottes Augen heilig“ – so und nicht anders, steht es in der Bibel. Dieser Satz gilt auch für das Leben eines Ungeborenen im Mutterleib. Das ist der Platz, den Gott als Ort der Geborgenheit für einen wachsenden Embryo vorgesehen hat. Des Weiteren heißt es im Buch Genesis, dem ersten Buch der Bibel: „Jeder einzelne Mensch ist als Ebenbild Gottes, seines Schöpfers einzigartig und hat von Anfang bis zum Ende seines Lebens eine besondere Würde, besonders auch der kranke, behinderte und alte Mensch. Der Mensch handelt anmaßend, wenn er sich zum Herrn über das Leben überhebt.“

Weitere Informationen und Anlaufstellen:

Alles rund um einen Schwangerschaftsabbruch in Österreich
Schwangerschaftsabbruch – Gesundheitsportal

Katarina ist ein gebürtiges Tiroler Madl mit Vorliebe für Kunst. Bespielt mit Zauberfingern das Klavier. Orientiert und verwirrt zugleich. Statt Blut fließt in ihr Kaffee. Julia ist eine leidenschaftliche Tennissockenträgerin trotz Abneigung zum Sport. Versucht Polarbären durch ihren Veganismus zu retten. Handwerklich sehr unbegabt, aber Fingergeschicklichkeit beim Gitarre spielen.

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