Hausfrau

Sex(ismus) sells?!

Tagtäglich erreicht uns eine Vielzahl an Werbungen, welche jede*r in unserer Gesellschaft unterschiedlich wahrnimmt und bewertet. Oft wird mit den Vorzügen, die Frauen und Männer so an sich haben, geworben und diese Freizügigkeit wird genutzt um sie zu vermarkten. Doch wie wird die Darstellung von Frauen und Männer in klischeehaften Rollen und sexistischen Positionen gerechtfertigt? Und wie haben sich die Geschlechterrollen in der Werbung über die Jahre verändert?

Das Ziel der Werbung ist es, unsere Aufmerksamkeit zu erwecken und uns so für Produkte, Marken oder Unternehmen zu begeistern. Um diese Zielsetzung zu erreichen, greift die Werbeindustrie ganz tief in die Trickkiste und versucht mit Nacktheit-Körper-Schönheit und Skandalen unsere Neugierde zu wecken. Doch wieso müssen heutzutage nackte Frauen für eine Bohrmaschine werben? Männer damit protzen, dass sie keine Gefühle haben, um bestimmte Produkte zu verkaufen? Frauen wie auch Männer werden in den meisten Werbungen auf ihr Geschlecht reduziert und in eine vorgefertigte Rolle gesteckt, das war früher so und ist bis heute noch so geblieben.

 

Kenwood Chef
© Kennwood
Siemens
© Siemens

„Früher war alles besser“

Diesen Satz hört man oft, wenn die Großeltern von den guten alten Zeiten sprechen. Doch war früher wirklich alles besser? Wenn man die Phrase im Bezug auf die Werbung von früher und heute bezieht, kann man schnell feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Denn wenn Werbungen von früher betrachtet werden, kann man die Frau sowie auch den Mann in ihren typischen Geschlechterrollen sehen.

 

 

 

 

 

Die Frau wird in ihr klassisches Rollenbild gesteckt, sie liebt es für ihren Mann jeden Tag zu kochen und den Haushalt zu erledigen. Selbst dem kleinen Mädchen wird schon beigebracht, wie die Wäsche richtig zu waschen ist und welche Aufgaben sie einmal übernehmen wird. Die Frau muss also von Anfang an den Haushalt schmeißen und wird auch selten in einem Beruf gezeigt – das einzige, das für sie zählt, ist die Hausarbeit. Der Mann hingegen, wird als Oberhaupt und Ernährer der Familie dargestellt. Er kleidet sich geschmackvoll und wird als gesellig und berufstätig präsentiert. Der Mann sucht das Abenteuer, steht aber auch in der Öffentlichkeit und kümmert sich um seine Karriere.

 

Media Markt

© Media Markt

„Sexobjekt Frau“














Verführerisch und sexy lacht die Frau heutzutage von vielen Plakaten herab. Sie wird als Dekorationsobjekt neben ihrem Mann dargestellt und meistens nur auf ihren Körper reduziert. Die Rolle der Hausfrau wird nicht mehr so stark in den Vordergrund gestellt, stattdessen sieht man die Frau in der Werbung meist nur sehr leicht bekleidet oder fast ganz nackt. „Mehr drin, als man glaubt.“ Dieser Werbeslogan von Media Markt ist ein perfektes Beispiel, wie die Frau in der Werbung heutzutage verkauft wird. Doch warum wird diesen Werbungen so viel Aufmerksamkeit geschenkt?

Die Rezeption von Werbung ist subjektiv, natürlich empfinden viele Leute eine Werbung als anregend und andere wiederum als abstoßend. Doch die Darstellung der Frau oder des Mannes in der Werbung ist nicht nur ein allgemeines Problem von Sexismus und Diskriminierung. Die Präsentation von schönen, jungen, verführerischen Frauen hat zur Folge, dass sich viele Frauen in ihrem Körper nicht mehr wohlfühlen, da sie nur umgeben von dem Bild der angeblich „idealen“ Frau sind.

 

 

„Sexismus in der Werbung betrifft alle“

Nicht nur Frauen werden auf ihr Geschlecht reduziert und werden Opfer von sexistischer Darstellung in der Werbung, sondern auch Männer sind davon betroffen. Es wird oft mit Klischees geworben wie beispielsweise, dass Männer auf keinen Fall Gefühle zeigen dürfen und das Weinen schon gar nicht erlaubt ist, denn das zeigt Schwäche und Männer sind alles, außer schwach.

Ottakringer

Den klassischen Mann in der Werbung kennen wir auch meistens nur mit einem Bier in der Hand, im Garten beim Grill stehend, oder im schicken Sportwagen durch die Straßen fahrend. Der Mann wird in einer geschlechtertypischen Position gezeigt, die Macht, Leistung und Erfolg repräsentiert und so kommt es wiederum zu den klassischen Vorurteilen gegenüber den Männern.

Frauen und Männern wird ein völlig falsches Bild von ihrem Geschlecht vermittelt und das führt wiederum dazu, dass sie einem falschen Ideal nacheifern. Sexismus in der Werbung beeinflusst Frauen und Männer negativ und dadurch kann es zu Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühlen kommen.

 

 

„Was kann man gegen sexistische Werbung tun?“

Um gegen Sexismus in der Werbung anzukämpfen gibt es die Möglichkeit eine sexistische Werbung beim Werberat oder bei der Wiener Werbewatchgroup einzureichen. Der Österreichische Werberat ist ein Mitglied des Vereins „Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft“ und ist für alle Maßnahmen im Bereich der Werbewirtschaft zuständig. Seine Aufgabe ist es Fehlentwicklungen und Missbräuche in der Werbung zu korrigieren und dient damit dem Konsumenten sowie auch den Werbeunternehmen.  Der Werberat versucht die hohe Anzahl von sexistischen Werbungen zu reduzieren und jeder oder jede der oder die sich durch irgendeine Art von Werbung belästigt, angegriffen oder auf das Geschlecht reduziert fühlt sollte das melden. Denn nur wenn eine Vielzahl unserer Gesellschaft gemeinsam auf solche Art von Werbung achtet, kann die Zahl der sexistischen Werbungen reduziert und den Werbetreibenden gezeigt werden, dass Sexismus in der Werbung nichts verloren hat.

Dauerhungriges Linzerschnittchen. Liebt Mode, das Tanzen und süße Cafés. Durch und durch Familien- und Katzenmensch mit großem Herzen. Hat bisher jeden Trauerkloß wieder zum Strahlen gebracht.

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